Seriensport Saison 2009

2009 beschloss ich mit meiner erst kürzlich erworbenen Aprilia RSV Mille RP in der Klasse 2 der deutschen Seriensportmeisterschaft anzutreten. In meiner Saison als ‚Rookie‘ hatte ich mir vorgenommen viel Spaß zu haben und etliche Erfahrungen zu sammeln. Zusammenfassend war mir das gelungen und die einzelnen Erlebnisse der Events können unter den jeweiligen Seriensportläufen nachgelesenen werden.

Viel Spaß dabei!!

#1 Oschersleben 1.5.09

Oschersleben, Freitag 1.5.2009 14.22 Uhr

Sprintrennen Klasse 2 vorletzte Rennrunde

Eingang S/Z versuche ich erneut schwungnehmend anzufahren, sodass ich möglichst wenig Meter verliere um den finalen Vernichtungsschlag anzusetzen, der mich doch noch an meinem Vordermann vorbeibringt.

Ich bin mittlerweile innerlich am Kochen versuche meine Gedanken, die tosend nach HARAKIRI schreien, in meinen hinteren Gehirnlappen zu ordnen. Diese Gedanken sollen erst in ein paar Sekunden in die Tat umgesetzt werden. Denn soviel ist mir in dem Moment klar…in der Hasseröder oder nie!

Mein Plan geht auf. Ich sitze meinem auserkorenen Ziel direkt im Nacken. Wie oft hatte ich nun schon dieses Heck gesehen?? Mit weißem Tape halb abgeklebtes Rücklicht, sodass man sehen konnte wann er in die Bremse griff. Eine blaue IXS Kombi, deren genaue Perforierung zu begutachten war und mir im Auge brannte. Rechts der klobige Serienauspuff, der mir nun per Drahtlosverbindung den verarbeiteten Treibstoff gegen das Visier feuerte.

Links der Aufkleber auf dem Kettenschutz.

Langweilig! Den hatte ich mir schon die Kurven davor durchgelesen.

Diese Ansicht war ich satt und bereit hinter mich zu lassen. Also volle Brause!

Ich passiere den Scheitelpunkt und gehe früher als mein Antagonist ans Gas um mich weiterhin in sein Heck zu saugen. Dabei geht es über das so traumhaft unebene Asphaltband am Kurvenausgang. Das Vorderrad keilt wild trampelnd aus und will mich zwingen vom Gas zu gehen.

Doch nun darf ich kein Männchen sein und blockiere innerlich meine Synapsen, die soeben die Muskelkontraktion der Hand veranlassen wollten. Yeah…die Synapsen auf meiner Seite und ich weiterhin am Gas.

Der Brückenstein hat auch kein Problem damit und es geht wheelisierend über die S/Z. Mit dem Nebenbuhler nahezu auf gleicher Höhe

Doch nun schlägt leider wieder seine Stunde und er zieht mir gnadenlos davon. Meine Mille ist im Vergleich zu seinem Brenneisen mit Leistung so üppig ausgestattet, wie das Dekollté einer 10-Jährigen. Ich sehe ihm mit Verdruss zu, wie er sich aus dem Staub macht. Trotzdem werden weiterhin die Gänge durchgeladen und auf Durchzug gehalten. Kurz nach der Brücke entfalte ich mich aus meiner origamisierten Sitzposition und schließe das Gas zeitgleich mit dem beherzten Griff nach dem Bremshebel. Es ist eher ein grobes Begrabschen, denn ich muss so viele Meter gut machen wie nur irgendwie möglich. Die Beläge ahnten die nahende Gefahr und bremsten sich im Vorfeld warm um nun maximale Performance zu zeigen.

1A mit Sternchen. Ich hatte bereits einige Meter gut gemacht und steppte nun die notwendigen Gänge runter um mich Hals über Kopf in den Linksknick zu werfen. Direkt im Anschluss wurde der Geschwindigkeitsüberschuss weiterhin in Wärme umgewandelt um passend in die Hotelkurve einzubiegen.

Da war er schon wieder genau zu erkennen. Blaue Kombi, soeben erlöschendes Rücklicht und der nur wenige Maßeinheiten über dem Asphalt thronende Auspuff. Mein Puls stieg nun auf die von der Betriebstemperatur veranlassten 287 Schläge. Es war bald so weit.

In der Hotelkurve robbte ich mich einige weitere Mikro-µ (sprich Mü ) an meinen Widersacher heran. Dort war nicht viel zu holen. Somit musste die Hasseröder herhalten. Es musste eine Kombination aus hirnlos-spät Bremsen und einem knochenfrakturphilen frühen Gasgriff angewandt werden. Diese hohe Kunst des Zündens war mir noch zu geheimnisvoll. Ich wusste auf Anhieb nicht das richtige Mischungsverhältnis der beiden Rezepturen. Erinnerte mich jedoch noch an die abendliche Koreaverköstigung. Das Mischungsverhältnis musste der Generalschlüssel sein.

Die ersten 50% gingen schon einmal gut. Ich fahre gekonnt an meinem gewohnten Bremspunkt vorbei und versuche dabei den Glauben an das, was ich gerade versuche, nicht zu verlieren. Mein Oculus (lat.Augus Rundus) vernimmt nun das Bremsmanöver direkt vor mir. Blitzartig schiebe ich mich wieder an das geliebte Heck heran und greife aufgrund des Instinkts der Lebenserhaltung in die Bremse. Die Lauerstellung war eingenommen und meine Sinne ebenso in Alarmbereitschaft. Kurz nach ihm lenke ich das italienische Brenneisen in die Hasseröder. Dabei hänge ich mich übertrieben weit vom Moped und versuche eine leicht divergierende Linie zu fahren um möglichst früh ans Gas zu gehen. Die Vorsicht war somit ohne Schwimmweste von Bord gesprungen und nun musste es klappen.

Auf gleicher Höhe spanne ich nun ordentlich das Gas und schiebe mich bereits fleißig an ihm vorbei.

Bevor mich jedoch die Glückshormone berieseln, verliere ich schlagartig den Grip am Hinterrad. Das Heck keilt bockend aus und die Geräuschkulisse ist eklig….blitzartig schwellen meine cojones auf Standartgröße zurück und meine Hand greift nach der rettenden Reißleine. GAS ZU

Die Mille nimmt blitzartig wieder Verzahnung mit der Hasseröder auf und lässt mich mit einem nicht marginalen Stoß merken, was von solchen Aktionen zu halten ist.

Nun werden die noch vorhandenen Sinne geordnet und eine Bestandsaufnahme gemacht.

Moped und Fahrer heil.

Gegner nun auf halbem Weg zur Triple

1,5 Runden…ob das noch zu holen ist? Egal…erst einmal wieder volle Suppe und weiter im Takt.

Eins war mir jedoch schon klar. 50/50 kann es nicht sein. Da muss noch eine weitere geheime Rezeptur hinzu…

Ich gehe wieder ans Gas und nehme die Verfolgung auf.

RÜCKBLENDE

Oschersleben, Freitag 1.5.2009 14.01

Die Besichtigungsrunde wird soeben abgeschlossen und ich rolle auf die vielen Schildchen zu, die den Boden säumen. Vorletzte Startreihe.
2 Kollegen hinter mir und den Rest der Meute im Blickfeld. So ist das ohne Meisterschaftspunkte als Neueinsteiger. Aber was solls, die Lücke beim Start werde ich schon finden.

An meinem Plätzchen angekommen schaue ich nach rechts. Dort finde ich Martin auf seiner 999er Duc. Wir kennen uns von dem Saisonauftakt in Ledenon und hatten dort einen netten Fight im Rennen. Sehr redlicher Zünder.

Ich schaue nach links und versuche das schwarz-rote und leicht getapte Moped einzuordnen….

Mein motorsportliches Gehirn weiß das Moped auf Anhieb einzuordnen. Jedoch will es mir noch nicht so recht über die Zunge, da dies eigentlich nicht sein sollte.
Keine Rennpappe dran und somit die Lichter notdürftig abgetapt. Eine neonfarbene ‘1000‘ ziert das Heck und wird von dem roten R über GSX garniert. Der charakteristische Titan-Auspuff wurde der Suzi nicht genommen und lässt keinen Zweifel mehr aufkeimen. Da steht doch glatt ne Kilo-Gixxe neben den ganzen zweizylindrischen Zündgeräten. Heck und Front großzügig mit einer zweihunderter Nummer beklebt. Ich mache den techn. Kommissar, der uns soeben die Plätze zugewiesen hatte, auf diesen Missstand aufmerksam. Er kann oder will jedoch nicht verstehen, was mein Anliegen beinhaltet. Ein Reihenvierzylinder hat nichts in einem Sprintrennen für Zweizylinder zu suchen!!

Egal…ich schließe mit dem Thema vorerst ab und konzentriere mich.

Bis jetzt war es eine verdammt geile Veranstaltung, die ich zu meiner Zufriedenheit gemeistert hatte. Die 40min der ersten Dauerprüfung in den Morgenstunden hatte ich nahezu komplett gefahren. Dabei fuhr ich einen 180er BT003, den jmd in Ledenon als nicht mehr ausreichend betitelt und runtergeschmissen hatte. Ich hatte mir den Reifen jedoch angeschaut und war der Meinung, dass der zumindest für die DP noch ausreichen würde. Ich hatte recht und meine Reifenkosten lagen bei Null Flocken für den HR Dabei fuhr ich einigermaßen lockere 45er Zeiten, wuselte mich durch den Verkehr und wurde auch oft durchgereicht.
Vor der zweiten DP montierte ich einen frischen 190er 002 und wollte ein wenig auf Zeitenjagd gehen. Letztes Jahr konnte ich in OSL mit den Bridgestone Slicks hohe 38er Zeiten fahren. Ich war gespannt ob ich dies auch mit dem profilierten Gummi vermochte.
In der DP2 fuhr ich in etwa noch 10 Runden um mich für das Sprintrennen zu qualifizieren und dabei erschienen auch 4 mittlere 39er Zeiten auf dem Laptimer. Ich war zufrieden und für das Rennen bereit.

Ich konzentriere mich nun wieder vollends auf das Renngeschehen, denn es war an der Zeit die WarmUp Laps zu bestreiten.
Nach soeben erwähnten, rolle ich auf meinen Startplatz. Mein Ziel war zumindest einige Plätze gut zu machen um den Zug nicht komplett abfahren zu lassen. Den Über-ICE an der Spitze in Form von Dirk Schnieders auf SuperDuke und Rainer Kopp auf Jolly Jumper vernachlässigte ich, denn mir war bewusst, dass ich diese verrückte Rennpace nieniemalsnicht mitgehen könnte. Dirk packte im Rennen dann sogar noch den 34er Hammer aus!

Der Herr mit der Flagge verschwand nun schnellen Schrittes aus der Startaufstellung und verwies auf die Lichtanlage, die sich rot färbte. Dabei nahm ich leicht gebückte Startposition ein und drehte die Mille auf benutzerfreundlicher Drehzahl. Mein Blick erwartungsvoll nach oben und ich war bereit abzulegen.
Plötzlich verschwindet die rote Lichterwand und ich stelle die Drosselklappen auf Durchzug. Die Kupplung dosiere ich gefühlvoll um ein Wheelie erfolgreich zu verhindern. Es gelingt mir prächtig und bin dabei mich an einigen Kontrahenten vorbeizuschieben. Anschließend öffnet sich eine Schneise, die eine ziemlich breite Wunderlich R1200R erzeugt. Prompt wird der zweite Gang durchgeladen und weiterhin auf Lücke spekuliert. Es funzt prima und ich schlängel mich mittlerweile durch die Hotelkurve. Gefühlt bin ich auf dem ca.10ten Platz und visiere die weiteren Ränge an.

Der Kollege auf der BMW schiebt sich in der Anbremszone der Hasseröder an einem weiteren Kontrahenten vorbei und ich bleibe bei ihm im Heck. Am Ausgang drehe ich nun flott das Gas auf und lasse die BMW rechts liegen. Vor der Triple wird voll durch geladen und mit einer für mich irrwitzigen Eingangsgeschwindigkeit eingelenkt.
Ich liebe die Triple Links, denn hier kann man mächtig Zeit gut machen oder auch liegen lassen. Nach dem ersten Curb kommt meine Mille über die leichte Bodenwelle und meine Fußraste schreibselt lustige Zeichen in den Asphalt. Mein Vorderrad signalisierte mir höchste Vorsicht. So kann die Triple-Links auch zur Hasskurve werden, denn vom Moped bleibt nicht viel übrig, sofern man sich entscheidet dort seine Bodenprobe zu nehmen.

Die erste Runde verläuft gut und ich schiebe mich an meinem Vordermann heran. Es ist Armin Kaub #211, mit dem ich ebenfalls schon in Ledenon meine Runden drehte. Jedoch bevor ich mich richtig positioniere um den Angriff zu starten, quetscht sich Manuel ‚Tutti‘ da Silva #218 (oder auch portugiesische Kampfdrohne ) ebenfalls auf Aprilia Mille, Ende der S/Z an mir vorbei.

Verrücktes Huhn…der fuhr an dem WE den Seriensport auf Aprilia, dann noch die DukeBattle und der Bördesprint stand auch noch auf seiner to-do Liste

Er verschnupft auch Armin und wir fliegen im Quartett auf die Hasseröder zu. Quartett, weil sich n

un vor Tutti die Gixxe befindet, die nicht ganz zu unser aprilianischen Dreierrunde passen will.

Die Kilo hatte auch einen sehr guten Start hingelegt und fuhr momentan somit auf Platz 4. Vor der Hasseröder bremste ich Armin haarscharf aus und so gelang es mir mich auf Tuttis Spuren zu begeben. Ich war der Meinung noch mal ein Wörtchen mit Tutti wechseln zu können…

Wir folgen nun dem Kilo-Treiber auf seiner OSL-Hatz. In der Triple ist er immer relativ langsam. Dort kommen wir näher. Ab der Hotel bis zum Eingang der Gegengeraden kommt man nur gemächlich näher und hat kaum nennenswerte Vorteile.
Just in dem Moment, an dem sich der Kurs jedoch entknotet und begradigt, stehen Tutti und ich nahezu auf dem Fleck, während die Gixxe sich mit Nachdruck verdünnisiert. Dieses endlose Spiel wiederholt sich so oft wie die ‘Feiern macht sexy‘ Werbung beim renovierten Spochtsender bei den hiesigen MotoGehPeh Übertragungen. Im Shell Geschlängel kommt Tutti dann erneut näher dran, läuft auf, ohne jedoch die Möglichkeit des Überholens zu haben. Kaum befinden wir uns auf der S/Z Geraden, werden wir wieder zu Statisten degradiert.

Dieses Spektakel sieht nicht nur von hinten richtig blöd aus, sondern bringt mich sogar ein wenig näher an Tutti dran. Ich bin der akuten Meinung, dass ich doch mal mein Glück versuchen soll. Ende der Gegengerade ankere ich so spät wie möglich und fahre den ersten Knick des Shell S auf dem letztmöglichen Krümel Asphalt am linken Streckenrand an, um mich der physikalischen Kraft des Schwunges zu bedienen. Der Schwung an sich ist ein liebliches Geschöpf und bringt etliche Vorteile mit sich, die ich in dem Moment händeringend benötigte. Zum Glück war dieses Manöver risikolos. Denn bei den negativen Aspekten des Schwunges hatte ich im Physikunterricht lieber über die große Pause nachgedacht, als den informativen Ausführungen zu lauschen. Somit gab es keine Gefahr.

Diese Vorgehensweise katapultiert mich an das kantige Mille-Heck von Tutti und ich fange an vehement auf seine rechte Hand zu starren, während wir auf die vorletzte Rechtskurve des Bördekurses zufliegen. Ich nehme mir vor, ganz simpel erst nach ihm in die Bremse zu greifen. Das muss schließlich realisierbar sein. Zum Glück hatte Tutti zu dem Zeitpunkt keinen Krampf in der Hand, der den Kraftschluss verhinderte. Denn sonst wäre ich wahrscheinlich parallel zu ihm in Richtung Kies geritten und die Geschwindigkeit hätte sich zwangsläufig mit einer Molekülverschiebung abgebaut.
Dies war nicht nötig und so war es mir möglich einen kurzen Moment später die Beläge in meine welligen Scheiben zu bohren und befand mich in etwa auf gleicher Höhe in Verbindung mit der Innenseite.
Nicht nur Insider wissen, dass dies eine gute Voraussetzung zum Überholen ist. Prompt bin ich nun derjenige, der sich seine Milchzähnchen am 4 Zylinder ausbeissen soll. Das traurige Spiel geht nun in den Akt 5 über und lässt mich, der mit den stumpfen Werkzeugen kämpfende Protagonist sein. In der Hasseröder und der Triple-Links bin ich schneller und sauge mich ans Heck. Es ergibt sich dabei die Chance, den Vordermann ausgiebig zu mustern. Dies veranlasst ein leichtes Abschweifen meiner Gedanken.

Mir kommt diese kinderfaszinierende Sendung des sonntäglichen Fernsehprogramms in den Sinn. Dabei hüpfen diese Kiddies nahezu tollwütig über drei Felder, die jeweils für eine Antwortmöglichkeit stehen. Schließlich platziert sich das Gros der Heranwachsenden auf einem Feld und eine Stimme ruft: ‘Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht!‘ Die Jugend des Gixxerfahrers war mir nicht bekannt, jedoch keimten in mir ketzerische Gedanken auf, die besagten, dass er wohl ein Kind war, das öfters mal nicht das Licht zu Gesicht bekam und mit einer Krokodilsträne vom Podest verschwand.

Ich zwang mich zu erhöhter Konzentration um weitere Angriffsmöglichkeiten zu eruieren. Jedoch realisierte ich flux, dass dies mit meinen gegebenen Mittel nicht so flott passieren würde. Dies bemerkte auch Tutti hinter mir und ich schnupperte Ende der S/Z an seinen Abgasen.
Auffällig war, dass Tutti über die Situation nun auch leicht angefressen schien, denn er saugte sich überirdisch gut an den Zündling heran. Glücklicherweise verbremste sich das japanische Fabrikat nun in der Hasseröder und in uns keimte der Samen der Hoffnung auf. Tutti hatte sofort die Möglichkeit durchzuschlüpfen, welche er auch nutze.

Ich befinde mich währenddessen auf dem Weg zur Triple und profitiere nur ein wenig von dem vorhergegangenen Fehler. Mir fehlen nur noch wenige Zentimerchen um aufzuschließen. Jedoch geht mir überraschend der Asphalt aus und der Gixxerfahrer bremst die Triple männlich an. Dies veranlasst mich jedoch zu der schreckhaften Reaktion, in dieser Situation nicht mehr durchzuschlüpfen, sondern die sichere Variante zu wählen. Im Verlauf der Triple bereue ich diese Situation allerdings schon wieder und bin der Meinung, dass es geklappt hätte.
Die folgenden 3-4 Runden ärgere ich mich regelmäßig, dass ich nicht fähig bin an ihm vorbei zu gehen. In der Shell S lese ich mir genüsslich die Warnhinweise auf dem Kettenschutz durch und in der Hasseröder zähle ich die Gummikrümel , die sich an die hübsche Lackierung geheftet hatten. Mein Unmut steigt steil an.

Wir fahren nun zum wiederholten Male die Hasseröder an und ich erkenne im Ansatz, dass der Fehlerteufel erneut auf dem Sitzbrötchen des Kontrahenten Platz genommen hat. Wenn nicht jetzt…wann dann? In der Hasseröder schaue ich mir das Heck noch einmal detailliert an, um früh ans Gas zu gehen. Ich schlüpfe durch und atme 287mal kräftig durch.

Nun fahre ich jedoch mit dem permanenten Gedanken der Kraftschleuder im Rücken durch das Kurvengeläuf. Leider verpasse ich es vollkommen befreit zu fahren und baue minimale Fehler in meine Runden ein. Die Konzentration hatte ich doch erheblicher verbraucht, als vorerst erwartet. Dies geht leider nur 2 Runden gut und so werde ich Ende der S/Z wieder verputzt.
Ehrlicherweise bin ich dabei jedoch so überrascht, dass ich einen Schaltvorgang vergesse und total konfus durch die Hotelkurve eiere. Ausgang der Hotel liegen jämmerliche 6 Umdrehungen an und ich sehe den Gixxerfahrer bereits schwinden. In meiner konfusen Situation gesellt sich auch noch die Blödheit zu mir. Denn ich komme in diesem Augenblick auf die Idee 2mal vor der Hasseröder einen Gangwechsel zu vollziehen. Dies entpuppt sich als traurige Idee des Antizynds persönlich. Nahe des Begrenzers trage ich meine Mille durch die Kurve und verliere fortschreitend Meter.
Diesen Fehler habe ich erst wieder 2 Runden vor Schluss wett gemacht und finde die Motivation es noch einmal mit einer finalen Aktion zu riskieren. Ich wähle selbstverständlich die HASSERÖDER!

Oschersleben, 1.5.2009 14.28 Uhr

In der Auslaufrunde vollführe ich noch kurz einen Wheelie für die Zuschauer. Jedoch ist es ein etwas trauriger Wheelie. Es hatte für den Gixxerfahrer nicht mehr gereicht, was mich doch schon enorm wurmte.
Denn dann wäre ich vll noch an Tutti dran gewesen und hätte mich steigern können.

Jedoch konnte ich zusammenfassend sehr zufrieden sein. Mein Einstand im Seriensport war gelungen und ich war in einem Stück fahrend angekommen. Dies hatte ich mir zuvor als primäres Ziel auf die Fahnen geschrieben. Die Disqualifizierung des schwarzen Schafes, lies mich auf den 5ten Platz vorrücken, der ein prächtiges Ergebnis und super Einstand war.

Ich stelle meine Mille zufrieden im Parc-fermé ab und bin innerlich voller Vorfreude auf den nächsten Seriensportlauf im Juli.
Ja das war geil…..und ich brauche definitiv mehr von dieser fantastischen Droge

Es bedankt sich
Kampfschlumpf #287

#2 Hockenheim 11.7.09

Es fing am Freitag Abend an.
Um ca. 20 Uhr beritt ich das Fahrerlager. Nun noch zeitig zur Dokumenten und Technischen Abnahme und anschließend totes Tier vertilgen. Als Beilage große korea befüllte Krüge. So war der Plan.

Leider gab es da noch eine Lautstärkemessung. Erster Gedanke…pah die können mir nichts. DB-Eater ist drin und so fahr ich nun schon seit einigen Events ohne nenneswerten Ärger herum.

94 DB bei 4,6k/min und paar Zerquetsche darf sie haben. 2 DB Toleranz…wie tolerant

100-101 DB

Nicht gut…so wurde fast der gesamte Abend verbracht um die Mille leiser brüllen zu lassen.
Mit Erfolg, denn am nächsten Morgen kam ich ohne Probleme durch die Kontrolle.

Dauerprüfung 1 40min

Wir gingen mit der Klasse 4 und 5 gemeinsam auf die Strecke.
Klasse 5 sind Mopeds mit vergleichsweise wenig Leistung. Um die 70PS.
Leistungsschwache Mopeds sind eigentlich kein Problem, wenn jedoch dann auch noch die Fahrer nicht kräftig am Gas drehen, wirds kritisch.
Ich hatte einige brenzlige Situationen. In der Parabolika glaubt man an stehenden Objekten vorbeizurauschen und auch in den Kurven standen viele herum. Einen Dauerprüfling habe ich innerhalb der DP 3-4mal überrundet….sowas muss nicht sein.
Mein Zündkollege wurde von einem seeeeehr früh und abrupt bremsenden Fahrer überrascht und überschlug sich anschließend. Ihm gehts gut…jedoch war diese Situation erschreckend.

Ich kam trotzdem relativ gut in Tritt und die 2Minuten Marke fiel relativ flott. Tagesziel war erreicht

DP 2

Hier musste ich nur noch 4 Runden absolvieren um die vorgegeben 22Runden zu erfüllen.
Es lief gut und ich war auch in einem relativ flotten Rythmus.
Ich nahm mir vor nun rauszufahren und anschließend frische Reifen aufzuziehen.
Die Runde fuhr ich noch mit relativ flottem Tempo zu Ende.

Auf dem gwohnten Weg zur Mobil 1 Kurve (ich hoffe die heisst so) spulte ich die routinierten Aktionen ab . Gas weg…einen Gang runter steppen und Bremse ziehen….Bremse…BREMSE….ahh. Die war auf einmal weg.
Scheiß Gefühl
Zum Glück war niemand vor mir und ich nahm den Notausgang.
Nach vielfachem Pumpen war der Bremsdruck da. Nach ein paar Metern jedoch wieder weg und es musste wieder gepumpt werden.
Das war mir nicht geheuer.

Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit die ich nun noch zum Rennen hatte, war mir alles zu stressig und knapp nun auch noch Hand an die Bremse zu legen. Ich hatte erst ein paar Tage zuvor die Kolben gereingt und die Flüssigkeit war auch noch sehr frisch.
Ich entschied mich das Rennen sausen zu lassen. Mir gehts nicht um irgendwelche Punkte, sondern der Spaß hat für mich eindeutig im Vordergrund zu stehen.
Nicht auszudenken, wenn im Rennen Ende der Parabolika die Bremse weg ist und ich schlimmstenfalls noch Einige abräume…

In einer Woche ist zwar noch der nächste Lauf am NRing, jedoch liegt der Termin sehr ungünstig mit meiner universitären Planung. Er kollidiert mit einer Klausur und das hat nunmal vorang.
Deswegen auch nur ein kurzes Geschreibsel der hockenheimschen Erlebnisse.

Fazit: Tagesziel erreicht und heile geblieben. Mehr brauch ich nicht um glücklich zu sein

Somit wird das Moped gründlich gewartet und dann wird in OSL am 16.8 angegriffen. Dann auch wieder mit detaillierterem Bericht und hoffentlich gänzlich positiven Nachrichten.

Bis dahin verbleibe ich mit seriensportlichem Gruß
#287 Chris

#4 Oschersleben 16.8.09

Soeben aus Osche eingeflogen und um ein paar Erfahrungen reicher.

33° im Schatten sind bescheiden. Schnappatmung ab der 3ten Runde.
Geiz ist nur bedingt geil. Am Vorderrad sollte man dann doch nicht so sehr sparen.
Wenn man bereits so blöd ist in der DP zu stürzen, dann sollte man das in der ersten DP einplanen und einige Runden gedreht haben. Dann ist es halb so wild 😉

So konnte ich die wirklich geringen Schäden vom Lowsider Eingang S/Z schnell korrigieren und genügend Runden in der zweiten DP fahren.

Das Rennen war dann eine körperliche Qual.
Leider nur 11 Starter…der Rest lag wohl mit einem Cocktail am Baggersee!!
Startplatz 7 und in der ersten Rechts bereits auf Platz 2 hinterm Kopp

Allerdings war im Kopf noch eine kleine Hemmung aufgrund der Erdprobe und so musste ich mich von Klaus Bänsch auf 999er Duc aufschnupfen lassen. Hatte ihn zu Beginn noch lange in Sichtweite, jedoch war seine Pace für mich nicht zu realisieren.

Nach einem kurzen Blick nach Hinten, Ausgang S/Z war keine 2Meter hinter mir die Mille von Peter Klotz und direkt hinter ihm Rolf Mehrers Honda.

Nach vorne war nichts zu machen. So hatte ich 17min +2 Runden ständig damit zu tun, nach hinten abzuschirmen. Es war das subjektiv längste Sprintrennen, das ich absolvieren musste. Die letzten Runden zählte ich bereits jeden Meter und Zentimeter, wobei ich ständig die Angst hatte vor Erschöpfung vom Moped zu fallen.


Im Endeffekt hatte es gereicht und ich konnte mich über einen dritten Platz freuen.

Fazitten des Wochenendes:
Mit dem VR sollte man sichs nicht verscherzen
Hitze ist nicht spitze!!
Podest schmeckt gut
Brückenstein 003 sind fantastische Rundlinge!!!

Freu mich derbe auf Schleiz!!
Jippie…6.9 da simma dabei…dat wird prima

Leider war bei diesen Bedingungen bei den meisten Fahrern keine Zeitensteigerung drin. Selbst Rainer fuhr 2-3sek hinter seiner Bestzeit vom Mai.

Offizielles Ergebnis Klasse 2 ADAC MSF Seriensport Oschersleben

seriensportlicher Gruß
Kampfschlumpf

#5 Schleiz 6.9.09

Wieder zurück aus den schleizerischen Asphaltwindungen
Schön wenn alles glatt läuft…aber leider bei mir nicht ganz so der Fall…

Fangen wir von vorne an.

Die Wetterprognose war für das Wochenende leider sehr kühl und wechselhaft.

Dementsprechend frisch war es zu Beginn der ersten Dauerprüfung.
Jedoch fühlte ich mich in Schleiz sofort wieder heimisch und kringelte mich um den Kurs. Ich hatte noch den Type4 BT003 vom Sprintrennen in Oschersleben drauf.
Jedoch ist dieser weiche Reifen für höhere Streckentemperaturen ausgelegt.
Wir konnten bis dato noch nicht mal eine zweistellige Asphalttemperatur erreichen…das war dann auch gleich der Exudus für den schwarzen Rundling…teurer Spaß Die linke Flanke riss komplett auf und ich machte aus der Dorfschikane beim Rausbeschleunigen immer den ‚Nicky Hayden‘
Toll wärs auch noch gewesen, wenn ich die Rutscherei unter Kontrolle hätte…aber das muss niemand wissen 😉
Ich fuhr mit gemütlichen 41er Zeiten durch die Gegend und bemerkte, dass ich mit meiner OSL Übersetzung nicht so gut zu Recht kam.

Auf der kurzen Gerade vor S/Z musste ich die Mille fast in den Begrenzer laufen lassen obwohl ich noch ein paar Meter von ‚meinem‘ Bremspunkt entfernt war. Ein weiterer Schaltvorgang hätte mehr Zeit gekostet als Nutzen gebracht. So war mir klar, dass ich fürs Rennen 2 Zähne weniger fahre…was anderes hatte ich nicht dabei.

In der zweiten DP hatte ich nur noch 4 Runden zu absolvieren und driftete um den Kurs. Der Reifen war nahezu unfahrbar geworden….aber es reichte noch für lockere 9 Runden und so war ich bereit in das Sprintrennen zu gehen.

-Neuen TYPE 4 draufziehen (ich dachte es wird wesentlich wärmer)
-42 Kettenrad montieren
-und mental auf die Schlacht vorbereiten

14:35 Uhr

Das Sprintrennen beginnt und die Ampel steht auf ROT
6ter Startplatz. Das bedeutet ich stehe relativ nah an der Boxenmauer was zum Anfahren der ersten Linkskurve ein Vorteil ist.

Licht aus und los gehts!!
Den ersten drehe ich nicht voll aus und lade den zweiten Gang rein.
Zack….quetsche ich mich an einem Kontrahenten vorbei und entere den Buchhübel auf dem 5ten Rang.

Rolf Mehrer #268 kann ich sehr gut folgen und sitze ihm am Ende der ersten Runde im Auspuff. Im Eingang der Startzielkurve muss er eine weite Linie nehmen, kommt zu weit raus und kann somit zu spät ans Gas -> Danke Platz 4

Hendryk Peuker, der seine Mille sehr schnell pilotierte, konnte davon wahrscheinlich auch profitieren und saß mir nun im Nacken.

Es war mir jedoch nicht lange möglich seinen Angriffen zu Erwehren und so vernaschte er mich mit höherem Eingangsspeed beim Anpeilen der Seng. Daraufhin lies er Rolf und mich stehen. Wir beide fuhren nun 2-3Runden nahezu im Gleichschritt. Jedenfalls konnte ich den Arbeitsschweiß der ausgequetschten Honda direkt hinter mir vernehmen. 😉

Das ging jedoch nur bis zur Runde 6 gut, denn beim leichten Anbremsen der Senke hatte ich auf einmal mehr Bremskraft als erwünscht
Die Mille verzögerte sich selbstständig auf eine unredliche Geschwindigkeit und ich tippte zuerst auf einen absterbenden Motor.

In dem Moment huschte Rolf an mir vorbei und meine Gesichtszüge entglitten für einen Moment…

Doch dann kümmerte ich mich um meine Mille, die keinen Vorwärtsdrang mehr versprühte. Zudem stand ich nun sehr ungünstig. Genau auf der Idealinie der Senke vor dem Wheeliehügel. Erster Gang war drin und ich versuchte die Strecke zu räumen. Der Motor lief problemlos und somit konnte ich das schon einmal ausschließen.

Jedoch kam ich trotz Beschleunigung nicht vom Fleck. Das Vorderrad war fest!! Ich gab mehr Gas und fuhr mit stotterndem VR und Burnout von der Strecke.
Schöne Sch****
Hatte mich soeben ins Rennen eingefunden und nun wars schon vorbei.
Im Fahrerlager dann die Gewissheit: Belagausbruch und Bremsscheibe hinüber

Letztendlich war ich foh, dass ich bei dieser Aktion einen Sturz vermeiden konnte und mit einer neuen Bremsscheibe sollte das Problem auch gelöst sein.

Mit einer Bestzeit in Runde 5: 1.39,547 blieb ich jedoch unter meiner Zeit, die ich beim Erstkontakt mit der Strecke hatte und war traurig, dass ich nicht mehr Runden zu Verfügung hatte um mich weiterhin zu steigern. Da wäre bestimmt noch etwas drin gewesen….thats racing

>>>ERGEBNIS<<<

Ich hatte im Anschluss diesbezüglich lange mit dem Kundensupport von TRW/Lucas Kontakt. Die Problematik wurde sehr sorgfältig erörtert und man zeigte sich zudem sehr kundenfreundlich. Nach dem Einschicken der Beläge + Bremsscheibe hatte ein Techniker bei genauen Untersuchungen erkannt, dass dieser Materialausbruch nicht üblich sei. Es läge nahe, dass durch eine falsch herum montierte Felge der Bremssattel zu nahe an der Bremsscheibe lief und somit die Kette an Unglücken auslöste. Nach dem Rennen hatten wir nur geschaut ob der Reifen laufrichtungsbezogen korrekt montiert war. Ein genauerer Blick auf die Felge blieb leider aus. Somit bleibt es etwas ungewiss, ob mein Reifen’spezilist‘ den Reifen falsch auf der Felge montiert hatte oder der Belagausbruch aus anderern Umständen resultierte. Fakt ist, dass ich dem Moped vor dem Event eine genauere Kontrolle hätte gönnen sollen.

Jedenfalls bin ich von der Performance der Beläge weiterhin überzeugt und nun weiß ich auch noch, dass der Kundensupport bestens ist. Lucas Bremsbeläge kann ich somit nur weiterempfehlen.

Zuletzt möchte ich mich noch für die nette Bekanntschaft mit ‚Lurker‘ und seinem Frauchen bedanken, mit denen ich eine nette Unterhaltung führen konnte und bei den techn. Probleme etwas unter die Arme griffen.

Wir sehen uns 2010 im Seriensport 😉

Ich hab nun beschlossen den letzten Lauf am Lausitzring ausfallen zu lassen, da aufgrund der verschenkten Punkte in Schleiz, sowieso nichts zu holen wäre und ich somit mein Budget ein wenig schonen kann.

Wer also Interesse an meiner Rennmille hat, der sollte Kontakt mit mir aufnehmen Denn nächstes Jahr ist ein Klassenwechsel angestrebt. Es soll in der härter umkämpften Kl. 4 rund gehen. Dadaurch verspreche ich mir einen noch größeren Lerneffekt und ebenfalls noch mehr Spaß an der Sache.

Ich verbleibe mit seriensportlichem Gruß und freue mich auf die neue Saison
Chris # (2) 87

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: