Seriensport Saison 2012

Saisonstart 2012 – So wie es nicht sein sollte…

Die dreitägige Trainingseinheit im südfranzösischen Ledenon sollte traditionell eine gute und erfolgreiche Saison einläuten. Jedoch kam es dieses Jahr leider anders. Nach der Anreise von gut 1250km innerhalb von 14Stunden entspannten wir uns am Sonntag bei grandiosem Wetter. Christian (iRa) und Christoph (Gnedl), die die waghalsige Strecke noch nicht kannten, buchten einen von Schorsi instruierten Turn zum Beschnuppern.

Am Abend wurden noch Fotos von den Maschinen geschossen und entspannt gegrillt. Das Wetter sollte weiterhin schön, sonnig und warm bleiben.

Den ersten Turn nutzte ich zum Funktionstest und entspannten Einfahren der müden Knochen. Schließlich hatte ich schon 6 Monate auf keinem Motorrad mehr gesessen. Es lief gut und auch die Metzeler Rennreifen in der K2 Mischung machten einen guten Ersteindruck. Danny Märtz, 2012 erneut R6 Cup Fahrer, war auch vor Ort und somit verabredeten wir uns für den dritten Turn kurz vor der Mittagspause um etwas um den Kurs zu bügeln. Dies hatte mächtig Spaß gemacht und durch den kleinen Ansporn, war ich direkt eine 1.31,0min gefahren und hatte meine letztjährige Bestzeit bereits um 0,6sek unterboten. Ich fühlte mich sehr wohl und war der Meinung noch etwas Zeit finden zu können. Aber hier nun erstmal 2 onboard Runden von mir gefilmt:

http://www.youtube.com/watch?v=GAoJMMbLzdk

Nach diesem Turn kam jedoch alles anders. Alle Fahrer warteten auf die Freigabe des nächsten Turns. Die Reifen kühlten etwas aus und so musste zu Beginn vorsichtig gefahren werden. Besonders bei der Streckencharakteristik in Ledenon, bei der nach einer dreifachen Linkskurve ein kurzer Rechtsknick folgt, der schon viele Fahrer zu einer Bodenprobe gezwungen hatte. Als etwas Ledenon-Erfahrener war mir das bewusst und so ging ich mit dosierter Gasstellung durch die Kurve. Jedoch war es in Kombination mit der kälteren rechten Reifenflanke trotzdem zuviel Gas und so hatte ich bei etwa 120km/h einen klassischen Hinterradrutscher bzw. Highsider, der mich aus meinem Sitz in die Lüfte katapultierte. Die Aussicht war nur für einen kurzen Moment angenehm, denn anschließend folgte der Geschwindigkeitsabbau auf dem Asphalt. Nachdem ich mit dem Knie schon etwas angefangen hatte, stützte ich mich leider reflexartig mit dem rechten Handgelenk ab, was sofort mit einem starken Stechen quittiert wurde. Nach Eintauchen des Helms in den französischen Staub kam ich so langsam zum Stehen. Dem kurzen Aufenthalt im Medical Center folgte ein Besuch im Krankenhaus von Nimes. Dort wurde neben ein paar allg. Kratzern und Prellungen der zweifache Bruch des rechten Handgelenks diagnostiziert. Einer der beiden Brüche ist etwas komplizierter und so erwartet mich am kommenden Mittwoch eine OP, bei der mit einer Platte alles fixiert werden soll.

Ich hoffe auf eine unkomplizierte OP, schnelle Heilung und vollständige Genesung. Das bedeutet für mich nun etwa eine 8wöchige Zwangspause. Von der ich jedoch hoffentlich gestärkt wiederkomme 😀

Linke Hand zum Gruß

Chris #487 🙂

Nachtrag: Die OP verlief gut und nun kann der Heilungsprozess beginnen.

Erster Funktionstest

Etwa 4 Wochen nach der OP am Handgelenk, befreite ich mich von meiner Gipsschiene und schmiedete erste Pläne wann ich wieder auf die Rennstrecke zurückkehre. Meine Hand erholte sich gut und die Physiotherapeutin bescheinigte mir 50° Bewegungsfreiheit nach oben. Zwar noch etwas von einem gesunden Handgelenk entfernt, aber  das Speer Racing Event am Pfingstwochenende in Oschersleben passte einfach zu gut für einen Funktionstest 😀 Nach unten hatte ich lediglich eine Bewegungsfreiheit von 20°, allerdings wollte ich 6 Wochen nach der OP wissen wie sich das auf dem Motorrad anfühlt. Schorsi, der seine BMW S1000RR verkauft hatte, stellte mir einen Probeturn auf seiner neu erworbenen Cup-R6 zur Verfügung. Das war klasse, denn meine R6 war noch in der Garage und wartete auf ihr repariertes Rennkleid.

So packte ich meine Sachen und düste Sonntag früh nach Osche. Dabei konnte ich Schorsi noch bei seinen Sprintrennen technisch und moralisch unterstützen. Er hatte sich innerhalb von nur 2 Tagen Fahrzeit nach dem Umstieg auf R6 bereits auf eine 1.36min gesteigert. Er kam blendend zurecht und bereute seinen Umstieg keine Sekunde. Respekt für diese Leistung!

Am Nachmittag durfte ich dann auf die Dunlop bereifte R6 steigen. Zwar waren die Reifen und das Fahrwerkssetup leicht ungewohnt, aber ansonsten fühlte ich mich schon recht wohl. Nach 1,5 Turns stellte ich die R6 wieder im Fahrerlager ab. Ich hatte beim Umlegen noch leichte Einschränkungen mit der Hand, aber die anderen Abläufe konnte ich fast wie gewohnt abrufen. Ich war zuversichtig in 2 Wochen beim nächsten Lauf der Seriensportmeisterschaft wieder beherzt eingreifen zu können. Dann starte ich aufgrund des verpassten 1. Laufs von relativ weit hinten, aber ich werde natürlich versuchen ein paar Lücken zu finden und so weit es geht nach vorn zu fahren 😀

Seriensport #2 + #3 Oschersleben 16-17.06.2012

An diesem Wochenende wurde die 1000 Berge Throphy in Oschersleben veranstaltet, bei der es galt 2 Läufe des Seriensports zu absolvieren. Nach meinem Bruch des rechten Handgelenks und der anschließenden OP waren nun 2 Monate vergangen.

Ich war leider noch in meiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und trainiert hatte ich dieses Jahr auch nahezu garnicht. Lediglich 5 Turns konnte ich am Mittwoch vor dem Wochenende fahren, die mir einen dreitägigen Muskelkater bescherten 😀 Somit galt es im ersten Lauf von Startplatz 30 der 31 angereisten Fahrer in Klasse 4 einfach nur sturzfrei durchzukommen und wenn möglich die ersten Meisterschaftspunkte einzufahren.

Wir waren bereits am Freitag Abend angereist, da am Samstag die Dauerprüfung anstand und Sonntag die beiden Sprintrennen. Für Samstag sagte der Wetterbericht Regen voraus und er sollte uns nicht enttäuschen…pünktlich zur Fahrerbesprechung fielen die ersten Tropfen, die mich dazu zwangen, die Regenreifen zu montieren. Für solche Bedingungen hatte ich mir extra einen alten Hinterradregenreifen mitgebracht.So hatte ich selbst bei abtrocknender Strecke kein schlechtes Gewissen den Reifen runterzufahren. Ich lies es dabei recht locker angehen und hatte schnell die auf 23 Runden verkürzte Distanz erledigt.

Den Nachmittag ging ich Georg Günther und Mark Hupfeld zur Hand, die für das HMC Hannover Team beim 4Stunden Langstreckenrennen an den Start gingen. Nach guter fahrerischer Leistung und einem reibungslos funktionierendem Team gelang uns bei wechselnden Wetterbedingungen ein zufriedenstellender 4.Platz!! Anschließend wurde der Grill angeschmissen und sich auf den Rennsonntag gefreut, der trocken und sonnig werden sollte.

Am Sonntag stand das erste Rennen um 10.45 Uhr an. Das Wetter war prächtig und auch die moralische Unterstützung war angereist um mir die Daumen zu drücken. Rainer, Maria, Simone, Helga, Martin, Rebecca, Patrick, Marcel, Daniel, Jan und meiner family gilt mein besonderer Dank. Ihr wart klasse 😀

Nun galt es nach einer kleinen Entspannungspause von Startplatz 30 aus ins Rennen zu gehen. Ich hatte die Kamera montiert und somit den Rennverlauf aufgezeichnet. Viel Spaß dabei!!

Das zweite Sprintrennen, das am Nachmittag folgte war noch ein klein wenig erfolgreicher. Dabei konnte ich von Startplatz 8 aus ins Rennen gehen und nach einem tollen Kampf auf Platz 3 ins Ziel fahren. Die Hand hatte zwar zur Mitte des Rennens schon signalisiert, dass es ihr anstrengend wird, aber das Adrenalin im Körper machte es mir möglich durchzuhalten. Durch die beiden Ergebnisse bin ich nun in der Meisterschaftsgesamtwertung auf Platz 7 gesprungen und hoffe in Schleiz die DSM-Saison sturzfrei und erfolgreich zu krönen. Vielen Dank nochmal an alle, die das möglich gemacht haben!!!

Seriensport #4 Schleiz 20-22.7.2012

Der letzte Lauf der DSM in Schleiz begann für mich am Freitag. Die 280km lange Anreise verlief problemlos und so traf ich wie geplant im Fahrerlager ein und baute mein Equipment auf. Um 18 Uhr hatte ich ein 40 minütiges Rollout gebucht um mich schonmal an die Strecke gewöhnen zu können. Der Freitagabend war sehr frisch und dunkle Wolken schoben sich langsam über die Strecke, jedoch glücklicherweise blieb der Regen aus. Auf der Strecke fühlte ich mich schnell wohl. Ich hatte eine andere Übersetzung gewählt und versuchte mich daran zu gewöhnen. Eine 1.36,2 zum Ende des Trainings bestätigte mir, dass ich auf dem richtigen Weg war. Nach unseren Runden öffnete der Himmel die Schleusen und es wurde recht ungemütlich. Das war allerdings nicht weiter schlimm, da wir im warmen Zelt von DSM Kollegen mit einigen Getränken und netten Geschichten den Abend lustig ausklingen ließen.

Am Samstag Nachmittag stand die erste Dauerprüfung an, die ich komplett durchfuhr und so schon 23 Runden sicher hatte. Das Wetter war weiterhin frisch jedoch erfreulicherweise trocken. Am Rennsonntag sollte es ähnliche Bedingungen geben. Die zweite Dauerprüfung nutze ich dann nur noch als Eingewöhnung und Funktionskontrolle für das Rennen um 14.30Uhr. Mit frischen Metzeler Rennreifen war ich bereit von Startplatz 7 aus ins Rennen zu gehen.

In der Startaufstellg angekommen, machte ich mich bereit den Start optimal zu erwischen um keine Platzierungen zu verlieren und wenn möglich sogar welche gut zu machen. Dies gelang mir gut und in der ersten Kurve lag ich auf P6

Die Suzuki von Timo Schröer konnte ich gleich bis zur zweiten Kurve am Buchhübel innen überholen und folgte nun der Spitzengruppe direkt am Hinterrad von Markus Bange. In der schnellen Passage ‚Seng‘ bei der das Motorrad bei über 200km/h von Rechts auf Links umgelegt werden musste, konnte ich mich neben Markus Bange setzen und ihn beim Anbremsen der darauf folgenden Rechtskurve überholen und auf Platz 4 vorrücken. Die anschließenden Runden folgte ich dicht der Führungsgruppe Häfele, Mantai und dem Meisterschaftsführenden Kreutz. Im Bereich der Kuppe war Thomas Kreutz nicht optimal aus der Kurve beschleunigt und so konnte ich mich auf Position 3 setzen. Auf der anschließenden Start/Ziel Geraden eroberte Thomas diesen Platz jedoch zurück. Das Rennen verlief nun mit vielen Positionskämpfen an der Spitze, die sich bereits nach der 6ten Runden auch schon mit Überrundungen mischten. Einige Überrundungen verliefen für mich nicht ganz perfekt und so begann für mich die zweite Rennhälfte mit etwa einer Sekunde Rückstand auf das Führungstrio.

Allerdings hatte ich ab da an auch noch mit hart werdenden Unterarmen zu kämpfen, die es mir immer schwieriger machten die schnellen Richtungswechsel und starken Bremsmanöver perfekt auszuführen. Somit wurde die Lücke etwas größer und die letzten 3 Runden war mein Ziel,  den 4.Platz gegen den hinter mir fahrenden Kevin Kemink zu verteidigen. Letztendlich gelang mir dies und nach 13Runden wurde ich überglücklich abgewunken.

Kreutz hatte sich den 1.Platz sowie die Meisterschaft gesichert und feierte vor Häfele und Mantai seinen Rennsieg. Ich konnte mit meiner Platzierung noch den 5ten Jahresgesamtrang erkämpfen und bin damit aufgrund der Tatsache, an einem Rennwochenende verletzungsbedingt pausiert zu haben, auch sehr zufrieden. Weiterhin war eine neue persönliche Bestzeit von 1.33,844 min ein wichtiges Zeichen, dass ich wieder die alte Rennperformance gefunden hatte. Das Wochenende komplettierte noch der 3.Platz in der Mannschaftswertung für den ADAC Niedersachsen Sachen-Anhalt. Dieser brachte uns einen 2.Platz in der Jahresgesamtwertung, den wir nur ganz knapp an die punktgleiche Mannschaft aus Hessen/Thüringen abgeben mussten. Schade…nur knapp vorbei am Titel 😉

Insgesamt ein erfolgreiches Wochenende und Meisterschaftsabschluss. Bereits jetzt fangen für mich die Vorbereitung für 2013 an, denn ich wage den Schritt in den hart umkämpften Yamaha R6 Dunlop Cup, der im Rahmen der IDM ausgetragen wird. Dies wird eine große Herausforderung, die ich so gut es geht bewältigen möchte. Hierbei ist jede Unterstützung, die den Kampf im Cup erleichtert, sehr wichtig. Somit würde ich mich über einen Besuch bei den 8 IDM Rennen im nächsten Jahr sehr freuen. Berichte über den Verlauf der Rennen, wird es wie gewohnt auf meinem Blog geben.

Bis dahin verbleibe ich mit motorsportlichem Gruß

Euer Kampfschlumpf #487 😀

Christoph Pudlo, Deutsche Seriensportmeisterschaft in Schleiz 22.07.2012

 

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