RLC #1 – Nürburgring – Top 5 Ergebnis trotz Motorschadens

Auf dem 5,148 km langen Kurs in der Eifel wurde am Samstag der 1. RLC Lauf ausgetragen und somit die Meisterschaft 2015 eröffnet. Das Team bestand zu diesem 6 Stunden andauernden Langstreckenlauf aus Kai Altenhofen, Ben de Bondt und Christoph Pudlo. Am Freitagnachmittag trafen sich Kai und Christoph bereits bei Marco Dietzen von ATC um noch letzte Feinheiten an den Motorrädern zu justieren. An der BMW von Christoph wurde ein HM Quickshifter verbaut, der auch häufig in der BSB zum Einsatz kommt. Gegenüber dem originalen Quickshifter sind die Schaltunterbrechungen um einiges kürzer und werden bei dieser Version sogar drehzahlabhängig vom Quickshifter berechnet.

Am Abend trafen Kai und Christoph auf Ben, der bereits die Box Nr. 8 bezogen hatte. Die Dokumentenabnahme und die Technische Kontrolle verliefen für alle Fahrer problemlos.

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Für den Rennsamstag meldeten die Wetterdienste übereinstimmend sonnige aber mit maximal 12°C recht frische Bedingungen. Um 8 Uhr zum Start des ersten freien Trainings standen jedoch nur 4 Grad auf dem Thermometer. Christoph ging mit seiner BMW auf erste Trainingsrunden. Der Grip war aufgrund des kalten Asphalts sehr gering was auch schon die ersten Stürze einiger Teilnehmer belegten. Mit kalten Fingern kam Christoph wieder an die Box und übergab den Transponder an Ben, der ebenfalls nur wenige Runden drehte bis Kai die letzten Minuten des Trainings nutzte. Im Anschluss fand die Fahrerbesprechung mit den 58 Teams und somit gut 150 Fahrern im Pressezentrum des NBR statt.

Zum 45-minütigen Qualifying um 9.30 Uhr herrschten weiterhin recht frische Bedingungen , sodass die Herausforderung darin bestand einen guten Startplatz ohne das Risiko eines Sturzes einzufahren. Kai ging mit seiner gut vorbereiteten Kawasaki ZX-10R auf die Piste und konnte mit den ersten fliegenden Runden eine 2.09,7 einfahren. Nun war es schwierig für weitere schnelle Runden zu fahren, da auf der Strecke nun reger Betrieb herrschte.

Kai Altenhofen

Ben ging als nächster auf Zeitenjagd und versuchte ebenfalls eine freie sowie schnelle Runde zu fahren. Abschließend ging Christoph auf den gut 5 Kilometer langen Kurs und probierte eine gute Platzierung einzufahren. Jedoch war es nicht möglich eine schnellere Zeit zu fahren und zudem war in der dritten fliegenden Runde bei einem Schaltvorgang mit etwa 240km/h an der schnellsten Stelle des Kurses auf einmal der Schalthebel weggefallen. Eine Schraube am neu verbauten Qucikshifter hatte sich gelöst und beendete die Zeitenjagd. Christoph konnte sich dabei noch auf der Piste halten und steuerte die Box an.

Kai hatte unsere Bestzeit gesetzt und letztendlich nach dem Qualifying die sechstschnellste Zeit des Fahrerfelds erzielt. Die Bestzeit lag bei 2.05 Minuten. Mit dem Startplatz hatte das atcracingparts Team eine gute Ausgangslage für das um 11.20 Uhr stattfindende Rennen.

Für das Rennen wurden die Motorräder mit neuen Pirelli Reifen bestückt und Kai als Startfahrer benannt. Zwischenzeitlich wurde noch die Honda von Ben für den zweiten Stint vorbereitet und an der BMW der Schalthebel neu fixiert um als 3. Fahrer im Langstreckenduell einzugreifen.

Um 11.20 Uhr wurden die 58 Motorräder mit stehenden Motoren auf der Start/Ziel Geraden anhand der eingefahrenen Zeiten aufgestellt. Die Fahrer standen auf der gegenüberliegenden Seite und waren bereit beim Flaggenzeichen zu den Motoren zu sprinten.

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Kai reagierte dabei äußerst zügig und konnte beim Start bereit einige Platzierungen gut machen. Nach den ersten Runden mit schnellen 2.05er Zeiten befand sich Kai mit dem Startfahrer des Team Stützgas im Zweikampf um den 3.Platz. Nach dem ersten etwa 45 Minuten Stint übergab Kai in der Boxengasse an die bereitstehende Honda mit Ben. Ben konnte an das Zeitenniveau anknüpfen und eine Podestplatzierung sichern. Auf der Strecke gab es vereinzelt Stürze die zu Gelbphasen führten. Jedoch konnte Ben stets an allen Gefahrenstellen gut durchkommen und übergab nach weiteren 45 Minuten an Christoph. Nach knapp 2 Stunden Rennzeit war durch die Boxenstopps der anderen Teams sogar zwischenzeitlich die Rennführung für das atc Team möglich. Kontinuierlich fanden Positionskämpfe mit dem Team Stützgas und Team Racefoxx um die Podestplätze statt.

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Etwa bei der Rennhälfte und zurückgelegten 78 Runden bzw. 400 Kilometern belegte der auf der Strecke befindliche Fahrer Kai mit seiner Kawasaki einen guten 2ten Platz mit Kontakt zum momentan führenden Team Stützgas. Allerdings erreichte zu diesem Zeitpunkt eine Information der Rennleitung das Boxenteam. Bei einem Fahrerwechsel wurde das Tempolimit von 60km/h in der Box überschritten, sodass eine 45 sekündige Zeitstrafe ausgesprochen wurde. Diese Strafe musste natürlich bei Rennende mit eingerechnet werden und musste stets beim Blick auf den aktuellen Rennverlauf berücksichtigt werden. Durch das perfekte Zusammenspiel aus den Boxenmitgliedern und der konstant guten Leistung war jedoch trotz der Strafe eine gute Platzierung in Aussicht.

Nach 4 Stunden Fahrzeit war soeben nach einem Fahrerwechsel Christoph mit seiner BMW auf der Strecke und lag 17 Sekunde hinter dem Führenden auf Platz 2. Nach sieben gefahrenen Runden vernahm Christoph bei seinem Motorrad jedoch immer lauter werdende seltsame Motorgeräusche. Die Geräuschkulisse war nicht wie gewohnt und auch die Leistung schien schleichend zurückzugehen. Nach weiteren Kurven konnte die ungewohnte Geräuschkulisse immer besser wahrgenommen werden und Christoph entschied sich mit einem Fußzeichen der Boxencrew mitzuteilen einen vorzeitigen Fahrerwechsel durchzuführen. Allerdings nahm die BMW S1000RR am bereits in der zweiten Kurve der Runde nicht mehr vernünftig Gas an und es waren metallische Geräusche zu vernehmen. Mit deutlich reduziertem Tempo durchfuhr Christoph die folgende Rechtkurve und auf der Zwischengeraden gab es einen weiteren lautstarken Knall und der Motor sorgte nicht mehr für Vortrieb. Schnellstmöglich wurde die Kupplung gezogen und mit über 100km/h die Wiese am Streckenrand angesteuert. Zum Glück hatte das Motorinnere nicht einen Weg ins draußen gesucht. Ansonsten hätte eine große Menge austretendes Öl für einen Sturz von Christoph und wahrscheinlich noch weiteren folgenden Fahrern gesorgt. Am Streckenrand rollte die BMW aus und Christoph versuchte schnellstmöglich zum Stehen zu kommen. Leider war an dieser Stelle mit dem Rettungsweg knapp 3km Wegstrecke zur Boxengasse zurückzulegen, sodass ein kurzer Gedanke zur Boxengasse zu sprinten wieder revidiert wurde. Dies würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen. Somit musste auf den Transporter gewartet werden, der die nicht mehr fahrtüchtige BMW und Christoph zurückbrachte. In der Zwischenzeit war der Boxencrew nach verstrichenen gut 2 Minuten verwundert, dass Christoph nicht zum Fahrerwechsel in die Box einfuhr. Währenddessen fiel das atc Team Positionen zurück und es verstrichen wertvolle Minuten.

Das Team reagierte genau richtig und besorgte bei der Rennleitung einen neuen Zeitnehmer der auf die Kawasaki von Kai montiert wurde. Zwischenzeitlich waren 10 Minuten vergangen und das Team war auf den 10. Platz zurückgefallen. Nun bestand die große Herausforderung darin die verbliebenen knapp anderthalb Stunden mit nur noch zwei verfügbaren Motorräder abzuschließen. Kai und Ben initiierten mit sehr schnellen Zeiten eine turbulente Aufholjagd. Christoph konnte nun nur noch in der Boxengasse unterstützen. Hierbei gelang es nach in der 134. Runde die Teambestzeit von 2.05,006 einzufahren und stetig Meter auf die vorderen Plätze gutzumachen. Gegen 17:30 Uhr und nach absolvierten 6Stunden konnte mit einem fantastischen Schlussspurt ein 5. Platz erzielt werden. In Anbetracht der Zeitstrafe und natürlich des enormen Zeitverlusts aufgrund des Motorschadens war das Team erschöpft aber doch zufrieden mit dem Ergebnis. Ein Top 5 Platz und lediglich 3 Runden Rückstand auf das Siegerteam waren ein hervorragendes Ergebnis auf dem aufgebaut werden kann. Es sei noch einmal betont, dass das grandiose Helferteam dieses Ergebnis erst möglich machte. Bei der Siegerehrung wurde ausgiebig gefeiert und es war bereits die Vorfreude auf das nächste RLC Rennen spürbar. Dieses Rennen dauert dann 8 Stunden und wird am 21 Juni auf dem Nürburgring ausgetragen. Besucher sind hierbei herzlich willkommen und erhalten kostenlosen Zugang sowie Einblicke in das Boxengeschehen des Teams.

Nach dem Rennen fuhr Christoph mit der BMW noch zu Motorradsport Schmitt in Binningen am Nürburgring um eine Schnelldiagnose durchzuführen. Noch am Abend wurden Getriebe, Kupplung und Anlasserfreilauf als i.O. begutachtet, jedoch bestätigte sich die Befürchtung auf einen kapitalen Motorschaden. Das Pleuel hatte sich kaltverformt und zum Glück konnte der Motor frühzeitig ausgeschaltet werden bevor Motorteile die Motorwand durchbrochen hatten. Nun wird jedoch versucht in kürzester Zeit ein neues Triebwerk zu installieren, damit die zweite Runde des Reinoldus Langstreckencups noch besser beendet werden kann.

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