Archive for Juni 2014

4. Lauf 500km am Sachsenring 29.06.2014

30. Juni 2014

Auf dem 3,671km langen Sachsenring wurde der 4. DLC Lauf ausgetragen. Mein Teamkollege Mario Mantai und ich hatten bereits den Samstag für ein Training auf dem Kurs genutzt. Besonders für Mario waren diese Runden sehr wichtig, da er keine Streckenkenntnis hatte und somit die Gelegenheit nutzte sich an den anspruchsvollen Rundkurs in Sachsen zu gewöhnen. Leider war aufgrund der strengen Lärmbedingungen und vieler lauter Teilnehmer, der Trainingstag fast unbrauchbar.

Ab dem 3. Trainingsturn wurde stets nach einer fliegenden Runde mit Rot abgebrochen und das komplette Fahrerfeld in die Boxengasse einberufen. Nach einer kurzen Wartezeit wurde die Strecke freigegeben um nach einer weiteren Runde wieder abzubrechen. Sowas hatte ich auf dem Sachsenring noch nicht erlebt…

Der Veranstalter Bike Promotion hatte meiner Meinung nach bei der technischen Kontrolle bzw. bei der ersten Auffahrt auf die Strecke nicht streng genug kontrolliert, sodass zu viele Teilnehmer mit lauten Zubehörtöpfen am Gas zogen. Zum Nachmittag hin hatte der Veranstalter Lösungen gefunden und es konnte auch mehr als nur eine gezeitete Runde pro Turn gefahren werden. Ein fader Beigeschmack blieb trotzdem.

Für den Rennsonntag meldeten die Wetterdienste übereinstimmend Regen und sogar Unwetter für die Region. Es war jedoch noch ungewiss wann und wie stark der Regen einsetzen würde. Zum 1. Qualifying um 11.00Uhr war die Strecke trocken und ich setzte die ersten Zeiten. Leider war ich nicht ganz so zügig wie am Vortag, da ich einen anderen Reifen ausprobiert hatte. Trotzdem platzierten wir uns in der Nähe der Top 15. Nach 20min wechselten wir in der Boxengasse und Mario konnte nun auf die Strecke. Mario gelang eine noch bessere Zeit und wir fanden uns in der Klassenwertung auf P2 sowie P12 Gesamt wieder.

In der Zwischenzeit hatte sich das Fahrerlager am Sachsenring mit einer großen Anzahl von Besuchern gefüllt, da an diesem Tag der schnellste deutsche Motorradrennfahrer Stefan Bradl direkt vom MotoGP Rennen in Assen zu Besuch war. Ilmberger Carbonparts hatte dieses Event organisiert und eine Autogrammstunde sowie etwas Unterhaltung ins Leben gerufen. Positiver Nebeneffekt waren ein paar nette Gridgirls, die durch die Boxengasse stöckelten. Mario und ich waren gerade an den Motorräder beschäftigt, als diese Damen uns relativ aufdringlich nach einem gemeinsamen Foto fragten. Da wir stets Fotowünschen nachgehen, willigten wir auch hier ein 🙂

Bradl Bradls Girls

IMG-20140630-WA0002IMG-20140629-WA0001

Im Q2 waren die Wetterbedingungen schon etwas unklarer, da es immer mal wieder etwas tröpfelte. Der Asphalt blieb jedoch größtenteils trocken, sodass weiter auf Slicks gefahren werden konnte. Die Bestzeit konnten wir noch leicht auf eine 1.34 verbessern. Beim Start fanden wir uns auf dem Gesamtplatz 14 wieder und Mario sollte den Start vollziehen.

Kurz nach dem Qualifying-Ende öffneten sich die Schleusen und der angekündigte Regen sorgte für eine neue Ausgangssituation. Kurzerhand wurden beide Rennmotorräder mit Unterstützung vom Helferteam Kiki, Thorsten Stefan und Claudia auf Regenreifen umgebaut. Des Weiteren wurden die Motorräder vollgetankt und für das Rennen vorbereitet. Um 16.30 Uhr fiel der Startschuss für das 3,5 Stunden dauernde Langstreckenrennen und Mario kämpfte sich als Startfahrer durch den Regen am Sachsenring.

IMG-20140630-WA0004 rennstart sari

Mario kam hervorragend ins Rennen und hatte beim Start bereits fantastische 10 Plätze gewonnen. Auf P4 liegend, konnte Mario super Regenzeiten abliefern und der Konkurrenz stetig 2-3 Sekunden je Runde abnehmen. Der Regen lies jedoch nach einer gewissen Zeit nach. Etwa 65 Minuten konnte Mario auf der immer mehr abtrocknenden Strecke bleiben und übergab nun an mich. Mit Regenreifen ausgerüstet sah ich in meiner ersten Runde bereits vermehrt trockene Stellen und die Ideallinie wurde immer stärker sichtbar. Dabei vesuchte ich mit den Regenreifen trotzdem das Maximale rauszuholen und nahm billigend in Kauf, dass der hintere Regenreifen am Ende des Turns total kaputt war. Nach etwa 30min wurde die Strecke immer trockener und ich hatte mit den Regenreifen zu kämpfen. Sie wurden mittlerweile zu heiß und ich hatte Schwierigkeiten die Maschine auf Kurs zu halten. Jedoch wollte ich solange es ging draußen bleiben, um Mario anschließend mit Trockenreifen so wenig Risiko wie nur irgendwie möglich aussetzen zu müssen. Nach gut 45min kündigte ich einen Wechsel an, da in den schnellen Kurven die Maschine bereits sehr instabil war und somit die Sturzgefahr stieg.

Beim Wechsel lief alles zügig ab und Mario ging mit Trockenreifen auf die Piste. Mittlerweile hatten wir unsere Führung auf 2 Minuten ausgebaut. Auf P2 lag das Shell Advance Racingt Team, vor Richie-Race und Any-Case Racing. Diese Führung konnte Mario auch sehr gut halten und teilweise weiter ausbauen.

Nach 2,5 gefahren Stunden stand der nächste Wechsel an. Auf dem Regenradar wurden keine größeren Regenfelder angezeigt, sodass meine Maschine mit Trockenreifen bereit stand. Allerdings fing es kurz nach dem erfolgten Wechsel bereits stark an zu regnen. Wir fanden uns in der gleichen Situation wie am 1.5 am Nürburgring wieder und liefen Gefahr den Sieg wieder hergeben zu müssen. Nun musste ich mit den Trockenreifen sehr vorsichtig um den Kurs fahren. In der Box wurde zwischenzeitlich fieberhaft die Maschine von Mario auf Regenreifen umgerüstet. Allerdings dauert dies selbst bei geübten Schraubern 5-8 Minuten, sodass ich 3-4 Runden um den Kurs eiern musste. An den verschiedensten Stellen sah man bereits Sturzspuren und auch schon ein paar Motorräder liegen. Die Bedingungen waren tückisch und auch ich hatte zwei heftige Rutscher, die mich fast zu Boden zwangen. Zwischenzeitlich hatte das Team Shell Advance Racing direkt beim Wetterumschwung Celina mit Regenreifen auf die Strecke geschickt und sie ließ den Vorsprung kontinuierlich schmelzen. Celina überholte mich auf Regenreifen in windeseile, sodass wir wieder in der selben Runde waren und der Rückstand nur noch unter 1 Minute lag. Es schien nochmal richtig eng zu werden….

Nach 4 Runden wurde mir das Zeichen gegeben, dass die R6 fertig war und so steuerte ich schnellstmöglich die Boxengasse an und übergab an Mario, der mit Regenreifen nun die Verfolgung aufnahm. Etwa 10 Miten vor Rennende war das Team Shell Advance Racing nun auf Platz 1 und HMC Racing mit 3 sek Rückstand auf P2. An der Boxenmauer wurde Mantai nun signalisiert, dass er volles Risiko gehen soll um diesen Rückstand zu schließen. Mantai ging im Nassen nochmal ans Limit und fuhr die Lücke zu. 2 Runden vor Schluss gelang es ihm sogar den entscheidenden Überholvorgang zu setzen und das HMC Racing Team gewann mit 1,5sek Vorsprung die Klassenwertung des 3,5 Stunden Rennens am Sachsenring!

Ein hervorragendes Ergebnis, das die Meisterschaft weiter offen hält und durch viel Einsatz zustande kam. Herzlichen Dank auch nochmal an das gesamte Helferteam und die Unterstützer dieses Vorhabens!

Nun wird sich intensiv auf den nächsten Lauf 6h in Oschersleben vorbereitet um dort anzuknüpfen, wo wir nun aufgehört haben 🙂

Beste Grüße, Team # 7

IMG-20140630-WA0013 IMG-20140629-WA0009 IMG-20140629-WA0003

 

Advertisements

3. Lauf 500km in Assen 15.06.2014

24. Juni 2014

In Assen sind wir sehr gut zurecht gekommen, obwohl wir ein paar Schwierigkeiten hatten. Mit meinem Teamkollegen Mario Mantai hatten wir versucht solange auf der Strecke zu bleiben wie nur möglich. Leider sind wir etwas über das Limit gegangen und in der letzten Passage meines ersten Turns ging mir in der 27. Runde der Sprit aus und die R6 musste ich den letzten Kilometer um den Kurs rollen lassen. Mit etwas Schwenken der Maschine und erneutem Versuch den Motor zu starten, konnte ich wieder kurzzeitig in der Boxeneinfahrt Gas geben, bis der Motor erneut abstarb. In der Boxengasse wurde ich dann bis zu meinem Teamkollegen geschoben.
Meinem Teamkollegen Mario Mantai erging es ähnlich, aber seine R6 ging erst bei der Boxeneinfahrt aus, sodass er den Rest zum Fahrerwechsel rollen konnte. Dies hat in Summe leider mehr als 40sek gekostet.
Nach 3,5 Stunden Fahrzeit konnten wir den ansonsten problemlosen Rennverlauf mit lediglich 9sek Rückstand auf das Siegerteam mit dem 2.Platz beenden. Schade, dass der Sieg wieder knapp an uns vorbei ging.
Nun werden wir aber am Sachsenring 29.06.2014 etwas mehr Reserve einkalkulieren und dann nochmal um den Sieg kämpfen.

IMG-20140615-WA0000 IMG-20140616-WA0008