OSL—SSP/Open Rennen und 3h Börde Endurance

Welch ein Wochenende in Oschersleben… 😀

Dieser Termin war eigentlich gar nicht von mir geplant, jedoch waren die Wetteraussichten am Samstag sehr gut und mein Rennstreckenkollege Schorsi lag mir in den Ohren, dass dies eine perfekte Gelegenheit für ein paar Proberunden in der Börde sei. Zudem waren noch einige Plätze beim von ArtMotor veranstalteten ‚Superbike Birthday‘ frei, sodass ich fix meine Nennung ausfüllte.

Schorsi hatte ebenfalls noch zusätzlich das Rennen am Samstag gebucht. Klasse Superbike mit seiner neuen BMW S1000RR. Desweiteren stand für ihn mit seinem Teampartner Michael (auf Ducati 1098) das 3 Stunden Bördeendurance Langstreckenrennen an. Jedoch waren die Wetteraussichten für den Sonntag eher durchwachsen. Dabei sollte ich als Helfer und Ersatzfahrer fungieren.

Die Anreise am Freitag verlief problemlos und am Abend lernten wir auch wieder einige neue Kringeltreiber kennen mit denen wir etwas Tier vom Grill verspeisten und redliche Geschichten austauschten. Der Samstag begann wie vorhergesagt 🙂 Zwar kletterten die Temperaturen gerade so auf zweistellige Bereiche, allerdings schien die Sonne schon sehr kräftig, sodass wir super Bedingungen hatten. Vor dem Rennen galt es 3 Qualis zu fahren und zudem hatten Schorsi und ich auch noch einen freien Turn gebucht, bei dem wir gemeinsam Runden abspulen wollten.

In dem Turn klemmte ich die GoPro Kamera von Schorsi an meine R6 und wir fuhren raus um ein lockeres Filmchen zu drehen. Ich hatte vorher keine Ahnung, dass die BMW soviel merklichen Leistungsüberschuss generiert. Somit hatte ich alle Hände voll zu tun, am Beamer dran zu bleiben.

>>>>>>>Hier das Video:<<<<<<<

http://www.youtube.com/watch?v=5k9dzDgwcbU

Anschließend wurde die Sache wieder etwas ernster angegangen und ich montierte für die letzte Quali Session einen Satz Conti Race Attack Reifen. Diesen Tag wollte ich als Trainingstag nutzen um mich auf die neuen Reifen einzuschießen. Das Feld war vergleichsweise klein und so hatte ich freie Runden, die ein gutes Gefühl hinterließen. Startplatz 9 sprang am Ende raus und ich war zufrieden.

Das Rennen verlief auch sehr gut. Zwar verpatzte ich den Start (was mir noch nie passiert war) jedoch konnte ich mich etwas nach vorne kämpfen und landete wieder auf meinem Startplatz 😀  9. Gesamt und 7. in der Open Klasse.

Am Abend belohnte ich mich mit einigen Tropfen Korea und gutem Gegrilltem für den glorreichen Tag. Desweiteren ließ ich den Abend etwas länger ausklinken, da ich am Sonntag nur als Mädchen für alles fungieren sollte. Schließlich war auch Michael bereits eingetroffen und stellte seine Ducati 1098 ebenfalls in die Box. Alles bereit für die 3h Börde Endurance…

Sonntag 30.05.2010 3h Börde Endurance

Sonntag früh prasselte der Regen aufs Fahrerlager nieder. Die Temperaturen waren leicht zurück gegangen, jedoch nicht unangenehm frisch. Wir montierten an beiden Maschinen die Regenreifen. Es gab pro Fahrer zwei Qualis. Schorsi ging als Erster raus um die nasse Strecke zu erkunden. Anschließend stieg Michael auf seine Duc um das nächste nasse Quali zu absolvieren. Nach 20 Minuten erschien er allerdings nicht wieder in der Box und so machten wir uns Sorgen um Fahrer und Ross.

Leider waren diese Bedenken berechtigt, denn Micha wurde nach einigen Minuten auf dem Schandwagen vor die Box gefahren. Anscheinend hatte er zu früh zu viel gewollt, denn nach einigen Runden blockierte beim Anbremsen nach der Gegengeraden das Vorderrad und die Duc legte sich sogleich in mäximale Schräglage. Dabei entledigte sich sich der rechten Fußraste und sammelte einige Steinchen und Grashalme ein. Obwohl kein großer Schaden an der Diva entstand, entschied sich Michael einzupacken, da er keine Ersatzrasten dabei hatte. Mit einer 2.02 war er für diese Bedingungen gut unterwegs, hatte jedoch anscheinend zu hart gepusht.

Nun schien der Erfolg des Teams ‚Küche Aktiv Göttingen‘ fragwürdig. Nach kurzer Überlegung von Schorsi und einem Gespräch mit Wolf, der die 3h Börde Endurance organisierte, entschied sich Schorsi dafür mich als Ersatzfahrer einzusetzen und somit das Beste aus der Situation zu machen. Wir gingen als Ein-Motorrad-Team gegen die anderen Wettbewerber auf die Piste, die größtenteils 2 Bikes zur Verfügung hatten.

Es blieb nicht viel Zeit sich vorzubereiten, da bereits das Q2 anlief. Schorsi ging nun auf leicht abtrocknender Strecke raus. In der Zwischenzeit schlüpfte ich in die gelederte Arbeitskleidung und bereitete mich auf meinen ersten Einsatz mit der BMW S1000RR vor. Ich hatte schon ein leicht mulmiges Gefühl diese hightec PS-Schleuder aus Bayern zu pilotieren. Zudem auch noch beim ersten Einsatz gleich bei Regen.

Ich lies es vorsichtig angehen und versuchte mich in den ersten Runden ans Motorrad zu gewöhnen. Ich musste meine Arme etwas mehr als bei der R6 strecken um an die Hebeleien zu gelangen, ansonsten fuhr sie sich aufgrund der guten Bridgestone Regenreifen und der Traktionskontrolle jedoch sehr gut. Selbst ich als BMW Neuling traute mich am Kurvenausgang das Gas soweit aufzudrehen, dass der Hinterreifen auf dem feuchten Asphalt nach Traktion rang und von der Elektronik sanktioniert wurde. Wirklich ein spaßiges und vertrauenerweckendes Fahrverhalten. Wir fuhren im ‚Race Mapping‘. Das ‚Regen Mapping‘ der BMW ist nicht brauchbar, weil dort ’nur‘ 150PS anliegen und viel zu viel geregelt wird.

Mit einer Regen-Quali Zeit von ganz passablen 1.55,169 standen wir mit unserer Zeit auf Startplatz 4. Zwar fuhren insgesamt nur 14 Teams die 3h, trotzdem waren wir über den vorderen Platz positiv überrascht. Bis zum Rennen galt es nun noch einige Stunden abzuwarten und aufgrund der Wetterentwicklung bauten wir wieder auf Trockenreifen um, da es zumindest bis zum Start trocken zu bleiben schien.

Schorsi war Startfahrer und dementsprechend durfte ich die BMW halten, während er mit den anderen Piloten über die Strecke sprintete. Er kam gut weg und ging als vierter in die erste Kurve

Wir hatten uns darauf geeinigt, dass jeder so ca. 20-25min draußen bleibt, da das Reglement 7 Fahrerwechsel innerhalb der 3h vorsah. Nach etwas mehr als 20min rollte Schorsi mit den vorgeschriebenen 60km/h durch die Boxengasse an unsere Box. Wird vollführten einen fliegenden Wechsel ohne Nachtanken und nach wenigen Sekunden rollte ich bereits zum Boxengassenausgang.

Ich hatte die BMW bisher nur im Regen bewegt und war nun von der Performance leicht 😉 beeindruckt. Zum Glück hatten wir kein 2D Datarecording am Bock, denn es hätte bestimmt verraten, dass ich nicht wirklich Vollgas gab. Bereits bei ca. 80% Gasgrifföffnung hatte die BMW für mich gefühlt genügend Leistung. Jedoch gewöhnte ich mich von Runde zu Runde an den Leistungsprotz und fand sogar bereits etwas Spaß am Moped 8) Nach der Shell-S Kombination zog ich noch in Linksschräglage im dritten Gang  am Gas und sie wheelte die ganze Strecke bis kurz vor den Einlenkpunkt von Turn8. Leider standen dort nur die Streckenposten, die meine Poseraktionen begutachten konnten. Aber immerhin! 😉

Leider gab es jedoch auch ein paar unangenehme Stellen.  Eingang S/Z war es nahezu unmöglich das VR am Boden zu halten. Mir stieg jedesmal das Cockpit gen Himmel und selbst beim Schalten mit dem guten Schaltautomaten wheelte sie im nächsten Gang einfach weiter. Das zwang mich vom Gas zu gehen….ich weiß eine sehr unredliche Aktion, jedoch hatte ich keine Übung die Wheelies mit der Hinterradbremse zu kontrollieren. So kam das VR wieder gen Boden und ich hatte  genug Mumm am Kabel zu ziehen. Allerdings antwortete die S1000 promt wieder mit einem steigenden VR. Abartige Leistung…

Ich hatte später diesbezüglich ein Gespräch mit Basti, der 2009 im R6Cup gefahren war und nun auch eine S1RR pilotierte. Er meinte, dass ihm dieses ‚Ping Pong‘ Fahrverhalten auch gut bekannt sei und mächtig gegen den Strich gehe. Man muss sich damit jedoch arrangieren.

Ende der Hasseröder stieg das VR auch immer ein bisschen und ich musste den nächsten Gang vor der Bodenwelle, die sich auf dem Weg zur Triple befindet, nachladen denn sonst wäre das VR dort erneut kräftig gestiegen und hätte die Zeit zum Vorbereiten auf die Triple sehr eng gestaltet. Nach der Triple gelang das Runterschalten und Einlenken in Turn4 spielend leicht und ähnelte meiner R6. Beim Rausbeschleunigen auf die Gegengerade hatte ich zwar glücklicherweise nicht mit Wheelies zu kämpfen, allerdings mit starkem Lenkerschlagen, was einen daran hinderte wirklich Vollgas zu befehlen. Der serienmäßige LD der BMW war nicht einstellbar und laut Schorsi auch eine kleine Schwäche. Er meinte, dass ein Zubehör Exemplar von Bitubo bereits bestellt sei. Gute Investition 😉 Die 20Min gingen schnell vorbei und ich signalisierte auf der S/Z, dass ich nun reinkommen würde. Ich hatte vorher abgesprochen, dass ich dies mit dem Fuß machen würde. Jedoch bemerkte ich nun, dass der Fuß merklich schlecht geeingnet war. Erstens wehte bei der Geschwindigkeit bereits eine heftige Brise, die den Fuß heftig nach hinten schlagen lies und zudem wurde die Zeit zum Wiederfinden der Fußraste sehr eng, da die VW Brücke förmlich auf einen zuschoss. Das nächste Mal wird die Hand gehoben…wieder etwas gelernt 😉

Der Wechsel klappte gut und es wurden knapp 5 Liter nachgetankt.

So fuhren wir noch weitere 1,5h Stunden ohne größere Zwischenfälle. Bei einem Wechsel von uns wurde aufgrund eines Sturzes sogar das Safety-Car auf die Piste geschickt. Wir hatten glücklicherweise das perfekte Timing und so konnten wir wichtige Sekunden auf die vorderen Teams aufholen 🙂

Nach ca. 2 vergangenen Stunden sah ich jedoch beim Rausbeschleunigen aus der Hasseröder böse dunkle Wolken heranziehen und bemerkte auch schon die ersten kleinen Tropfen auf dem Visier. Es schien etwas Spannung in die Sache zu kommen 😉 Der Asphalt wurde merklich rutschiger und so fuhr ich an die Box. Sekunden später fing es heftig an zu Regnen und der Bördeasphalt wurde gut beflutet. Uns war klar, dass nun in neuer Rekordzeit Regenreifen drauf mussten. Die anderen Teams hatten dies schon erwartet und die meisten 2ten Motorräder bereits mit RR bestückt, sodass das Trockenmoped einfach in die Box gestellt wurde und der andere Fahrer nasse Runden abspulte.

Nicht so bei uns. Nicht bei nur einem Moped. Also in voller Montur und unter Zeitdruck den anderen Felgensatz montiert. Dabei dauerte die Aktion ’nur‘ etwa 15Min und schon  ging ich im Regen raus. Da fühlte ich mich wohl 😀

Bei noch ca 8 zu fahrenden Minuten kam ich noch einmal an die Box. Ich wollte Schorsi die Ehre überlassen durchs Ziel zu fahren. Jedoch hatte er wohl keine Lust die schwarz/weiß karierte Flagge zu sehen

In der letzten Runde war auf der Anzeige die abgelaufene Zeit 0:00:00 zu sehen und somit galt es noch die letzte Runde zu überstehen. Ich sah dem Spektakel von der Boxenmauer aus zu und hatte mich zum Jubeln positioniert. Jedoch sah ich zu meiner Überraschung den weißen BMW-Punkt nicht auf die S/Z einbiegen, sondern die Boxeneinfahrt entlangrollen. Schorsi stellte die BMW zufrieden vor der Box ab und ich schaute ihn verdutzt an bevor ich herumpöbelte weshalb er nicht durchs Ziel gefahren sei.

Nun wurde es Schorsi schlagartig bewusst, dass er zu früh Feierabend gemacht hatte und gar keine Flagge gesehen hatte. Nach einiger Zeit konnte ich jedoch darüber lachen und wir schlenderten zur Siegerehrung hoch 😀

Ein schöner 6.Platz in der Superbike Wertung und das schnellste Ein-Motorrad-Team. Schade, dass es dafür keine Extra-Wertung gab 😉 Trotzdem ein wünderschönes Event und ich hab nun Blut geleckt, am Thema Langstrecke…das macht einfach zuviel Spaß und hat noch eine gewisse Würze, die ein Sprintrennen nicht beinhaltet 8)

Abschließend auch noch ein großes Dankeschön an Schorsi für das Vertrauen und die Leihgabe der S1000RR sowie die tolle Teamarbeit. Desweiteren noch ein Dank an all die Helferlein, die unterstützend eingriffen. Danke!

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3 Antworten to “OSL—SSP/Open Rennen und 3h Börde Endurance”

  1. Daniel Says:

    ..ja loooss weiter !!!

  2. DrT Says:

    Glückwunsch für eine beachtliche Leistung!

    Es ist immer wieder eine Freude Deine Berichterstattung zu lesen.

    Schöne Grüße auch an Schorsi!

    • Kampfschlumpf Says:

      Hi Stefan!!
      Vielen Dank. Freut mich, dass dir der Bericht gefällt.
      Werde die Grüße an Schorsi ausrichten.

      Hoffentlich sieht man sich demnächst mal wieder on the track oder auch ‚offroad‘ 😉

      Gruß

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